„Abriss-Wahn im Osten – Ende der Kulturpaläste“

Das Ahornblatt  († 2000) und der Palast der Republik († 2009) in Berlin,  die Prager Straße in Dresden (in den zurückliegenden Jahren als Ensemble zerstört) oder das Kaufhaus am Brühl in Leipzig († 2010) sind nur einige der prominenten Vertreter der DDR-Architektur, die bisher zum Abriss freigeben wurden. Die Liste ist weitaus umfangreicher und könnte demnächst um ein weiteres Bauwerk länger sein. In Rabenstein nahe Chemnitz droht der Verlust eines der prächtigsten Kulturhäuser auf früherem DDR-Territorium.

Als Kulturpalast der Bergarbeiter von der Wismut AG bis 1951 errichtet, gleicht das Gebäude, das u.a. ein Theater, einen Tanzsaal und eine Bibliothek beherbergt, einem Schlossbau um 1800.  „Wer reißt schon ein klassizistisches Kurhaus ab und macht auch noch die ornamental umblühten Brunnenparterre nebst Parkanlagen platt, um auf dem geräumten Areal Einfamilienhäuschen zu bauen?“, fragt Ira Mazzoni in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 25. August 2011 irritert.  Und doch scheint genau dies in Rabenstein offenbar kurz bevorzustehen.                                                                                                                          Der Abriss der Gebäudes wäre nicht nur aufgrund seiner prachtvollen Architektur ein herber Verlust, sondern auch aus stadt(bau)geschichtlichen Gründen. Als Zentrum sozialistischen Gemeinschaftslebens spielten Kulturhäuser im Städtebau des Sozialismus eine herausragende Rolle. Viele von ihnen stehen jedoch längst nicht mehr.                                                                                      Für Rabenstein ist es noch nicht zu spät und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Immerhin wurden vergleichbare Fälle in Rüderdorf oder Eisenhüttenstadt letztlich gerettet und werden heute erfolgreich betrieben, wie Mazzoni in ihrem Artikel zu berichten weiß.

Direkt zum Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 25. August 2011

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