Neue Hoffnung für das Hubertusbad in Lichtenberg?

Nur wenige Meter nördlich der viel befahrenen Frankfurter Allee und doch ziemlich versteckt steht das ehemalige Stadtbad Lichtenberg, das Hubertusbad. In diesem Jahr feiert das Baudenkmal ein trauriges Jubiläum: Es steht seit 20 Jahren leer.

Das Haus wurde 1928 als Bade- und Schwimmanstalt eröffnet. Die Pläne für den Bau eines Hallenbades an dieser Stelle gab es jedoch bereits über zwei Jahrzehnte zuvor. Nachdem Lichtenberg 1907 den Stadtstatus erhalten hatte, wurden zahlreiche neue städtische Einrichtung geplant. Für das projektierte  Stadtbad wurde ein 3.000m² großes Grundstück zwischen der Hubertusstraße und der Atzpodienstraße nahe des Oskar-Ziethen-Krankenhauses (heute Sana-Klinikum) erworben. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1919. Da Lichtenberg ein Jahr später als Bezirk dem Berliner Stadtgebiet angeschlossen wurde, den Stadtstatus abtreten musste und finanzielle Engpässe bestanden, wurde das Bauvorhaben jedoch bald gestoppt.                                                                  Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten erfolgte 1925, nachdem die Architekten  Rudolf Gleye und Otto Weis die Originalentwürfe überarbeitet hatten. Bis zum Februar 1928 entstand schließlich ein in Ost-West-Richtung ausgerichteter dreigliedriger Baukörper mit expressionistischen Zügen. Zur Ausstattung gehörten medizinische Bäder, ein Saunabereich, zwei frei gelagerte Schwimmbecken, ein Gymnastiksaal und eine Sonnenterrasse.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude schwer zerstört. Dennoch konnte der Schwimmbetrieb  ab 1948 wieder aufgenommen werden. Zu DDR-Zeiten zählte das Bad zunächst zu den wichtigsten Hallenbädern in Ost-Berlin. Erst der Bau moderner Hallenbäder, die mit den neu erbauten östlich gelegenen Großwohnsiedlungen entstanden, nahm die Bedeutung des Hubertusbades sukzessive ab. Als ab den 1980er Jahren gravierende Baumängel auftraten, beschloss das Bezirksamt Lichtenberg 1991 den Badebetrieb einzustellen.

Seitdem gab es viele erfolglose Versuche, das Bad wiederzubeleben. Inzwischen ist der Zustand besorgniserregend. Bereits der Blick auf die Fassade lässt den dringenden Sanierungsbedarf erkennen. Der graue Putz  ist an vielen Stellen abgeplatzt. Der mit einer Freitreppe versehene Haupteingang wurde zugemauert, das Glas vieler Fenster ist zerstört.

Seitdem das Gebiet nördlich der Frankfurter Allee durch den Senat im März 2011 zum Sanierungsgebiet erklärt wurde, besteht allerdings wieder neue Hoffnung. Vor wenigen Monaten gründete sich die Initiative „Licht an im Hubertusbad“. Eine von ihr im Juni ausgerichtete Konferenz ergab, dass nicht nur viele Anwohner eine Revitalisierung des Bades wünschen, sondern auch die Bezirkbehörden und das benachbarte Sana-Klinikum an einem Erhalt interessiert sind.

Um die Sanierung des Hubertusbades voranzutreiben, liegt inzwischen eine Petition aus, die auch online unterschrieben werden kann: Zur Petition

Die beeindruckende Innenarchitektur hat vor kurzem der Fotograf Jörg Rüger fotografisch festgehalten:  Zur Fotogalerie

Das Hubertusbad ist normalerweise nicht zugänglich. Führungen werden jedoch im Rahmen des Tages des offenen Denkmals am 11. September zwischen 10 und 17 Uhr angeboten. Anmeldungen sind erwünscht: Zur Führungsanmeldung

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3 Antworten zu “Neue Hoffnung für das Hubertusbad in Lichtenberg?

  1. Pingback: Tag des offenen Denkmals 2011 | Stadt.Bild.Berlin

  2. Pingback: Wie geht es weiter mit dem Stadtbad Oderberger Straße? | Stadt.Bild.Berlin

  3. Inzwischen gibt es eine erfreuliche Entwicklung. Seit dem 16.10.2012 kümmert sich der Förderverein Stadtbad Lichtenberg e.V. um das Bad und hat schon einige Erfolge aufzuweisen.
    Informationen dazu gibt es unter:
    http://www.juergenhofmann.de oder unter
    http://www.facebook.com/StadtbadBerlinLichtenberg

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