Space Age in Berlin – Bürohaus in Gefahr

Zwischen Spree und Tiergarten steht an der Bachstraße 1-2 das ehemalige Konsistorium der Evangelischen Kirche. Das  bemerkenswerte Beispiel der Space Age-Architektur soll nun den Abrissbaggern weichen. Der Eigentümer, die evangelische Heimwerk Siedlung GmbH (HWS), plant an dieser Stelle die Errichtung von fünf- bis sechsgeschossigen Wohngebäuden in Blockrandbebauung. Als Abrissgrund wird der schlechte bauliche Zustand angegeben.

Die derzeitigen Entwürfen wurden von der Bezirksverordnetenversammlung von Mitte aufgrund ihrer Höhe und Dichte in einem politischen Beschluss abgelehnt. Im Herbst soll ein Gutachterverfahren nach neuen Konzepten für das Areal suchen. Der Abriss ist  jedoch nicht vom Tisch, denn offenbar wird der Erhalt des Gebäudes weiterhin nicht in Betracht gezogen. Die Organisation „Architekten für Architekten“ befürchtet sogar einen Abriss noch vor der Eröffnung des Gutachterverfahrens und ruft in einem offenen Brief an den Eigentümer zum Abrissmoratorium auf.  Zur Petition

S. a.  Beitrag “Leider kein Stadtschloss”

Hintergrund

Das Bürogebäude wurde nach Entwürfen des bekannten Berliner Architekten Georg Heinrichs (*1926) und des damaligen Westberliner Senatsbaudirektors Hans Christian Müller (1921-2010) von 1968 bis 1971 errichtet. Aufgrund der ästhetischen Ähnlichkeit zum Raumschiffbau gilt es als markanter Vertreter der Space Age-Architektur.                                                                                              Der Stahlskelettbau besticht vor allem durch seine unverkennbare Fassade aus Aluminiumplatten und einen ungewöhnlichen Y-förmigen Grundriss. Die einzelnen Fenster sind an den Ecken abgerundet, im Inneren wurden ökonomisch geschickte Grundrisse verwirklicht.                                                                               Das Gebäude steht seit dem Jahr 2000 leer. Investitionen in die Erhaltung blieben in den letzten Jahren aus. Unter Denkmalschutz steht es nicht.

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5 Antworten zu “Space Age in Berlin – Bürohaus in Gefahr

  1. Das Gebäude ist eine Katastrophe und muss weg. Punkthochbauten zerstören Urbanität. Das ganze Hansaviertel leidet darunter. Nett für die Egotrips der Vergangenheit und Gegenwart von Architekten. Urbanes Leben gibt es jedoch im gründerzeitlichen Kreuzberg oder selbst Prenzlauer Berg. Der Versuch, eine Stück Wiederentstehung von hochverdichteter Blockrandbebauung zu verhindern, ist ein hochgradig zynisches Unterfangen von Leuten, die im Regelfall in ihren Charlottenburger Altbauwohnungen resideren. Davon abgesehen, dass der Bau als Bürohaus katastrophal dysfunktional ist. Aber das ficht die Leute hier in diesem Blog nicht gross an. Denn sie müssen ja finanziell für den Mist, den Heinrichs hier gebaut hat, gerade stehen. Schwach.

  2. Peinlich, Markus, mit dem Schlagwort “Urbanität” zu hantieren und von Wohnvierteln zu reden, mit deren “Leben”. Denk mal über die Begriffe nach, die Du verwendest, dann öffnet sich Deine Wahrnehmung.
    Also: Urbanität heißt immer Vielfalt der Funktionen und der Möglichkeiten. Das unterscheidet sowohl das soziale Leben, als auch die Bebauungsforum vom Dorf. Daher, nur in Abgrenzung zum Land oder zur Kleinstadt oder zum Dorf, macht das arg strapazierte Wort “Urbanität” Sinn.
    Und zur Vielfalt gehört die Vielfalt der Funktionen! Und die Vielfalt der Stadtformen. Mal offen, mal geschlossen.

  3. Pingback: „Leider kein Stadtschloss“ | Stadt.Bild.Berlin

  4. “Katastrophal dysfunktional”???? Große Worte und doch so viel heiße Luft. Im Baunetz ist der Grundriss ja abgebildet. Es gibt wohl nur wenige Verwaltungsbauten, die so clever ökonomisch und funktional vielseitig sind wie dieses. Das kann jeder feststellen, der einen Grundriss lesen kann. (Gerade die kluge Grundrissdisposition wurde dem Haus übrigens durch alle Jahrzehnte immer wieder bescheinigt…)..Bitte erst schauen, dann denken, dann polemisieren (vielleicht).

  5. Pingback: „Unbequeme“ Denkmäler brauchen Fürsprecher | Stadt.Bild.Berlin

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